Erststudium & Steuer: So sicherst du dir jetzt deinen Steuervorteil

Nur 10 Minuten Lesezeit

veröffentlicht am 25.11.2025
Studentin beliest sich über Steuererklärungen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Studienkosten im Erststudium zählen nur als Sonderausgaben (max. 6.000 €) – und bringen nichts, wenn du noch kein Einkommen hast.
  • Mit einer Verlustfeststellung kannst du deine Studienkosten schon jetzt festhalten und später steuerlich anrechnen lassen.
  • Rückwirkende Steuererstattung in Höhe von mehreren Tausend Euro – ganz ohne Risiko.

Erststudium & Steuer – was bisher galt 💡

Das Steuerrecht unterscheidet zwischen Erststudium und Zweitstudium:

Studienart
Steuerliche Behandlung
Übertrag möglich?
Erststudium
Sonderausgaben (max. 6.000 €)
nein
Zweitstudium / beruflich
Werbungskosten
ja (Verlustvortrag)

Das Problem: Sonderausgaben kannst du nicht in spätere Jahre übertragen. Wenn du während des Studiums kein Einkommen hast, verpufft der Steuervorteil – du gehst leer aus².

Verlustfeststellung im Erststudium – so geht’s 💪

Auch ohne Einkommen kannst du beim Finanzamt eine Verlustfeststellung beantragen.

Das bedeutet:


1️⃣ Du reichst deine Studienkosten ein.
2️⃣ Das Finanzamt speichert diesen Betrag als „Verlust“.
3️⃣ Sobald du Einkommen hast, wird er automatisch verrechnet – du bekommst dein Geld später zurück.

Offiziell gilt das bisher nur für Werbungskosten (also Zweitstudium). Wenn das Urteil fällt, werden auch Erststudierende rückwirkend profitieren².

Diese Studienkosten kannst du angeben 💸

Kategorie
Beispiele
Besonderheiten
Studiengebühren & Semesterbeiträge
Verwaltungskosten, Einschreibung, Prüfungsgebühren
9,3 % Beitrag, geteilt mit Arbeitgeber
Lernmaterialien
Bücher, Fachliteratur, Online-Kurse, Datenbanken
Befreiung möglich – aber lieber einzahlen!
Technik & Ausstattung
Laptop, Drucker, Software, Schreibtisch
günstiger Einstieg in die Rentenpflicht
Fahrtkosten
Uni, Bibliothek, Labor, Praktikum
zählt nicht, aber keine Lücke
Arbeitszimmer
anteilige Miete, Strom, Internet (wenn nachweisbar)
volle RV-Pflicht

Wann sich eine Steuererklärung im Erststudium lohnt ✍️

Auch ohne Einkommen lohnt sich die Abgabe, wenn:

  • deine Studienkosten über 1.000 € im Jahr liegen,

  • du bereits gejobbt hast (Werkstudium, Praktikum),

  • du später vom Verlustvortrag profitieren willst.

Tools wie WISO Steuer, Smartsteuer oder steuer:Web machen das Einreichen einfach – Schritt für Schritt, auch ohne Steuer-Vorkenntnisse.

So gehst du jetzt vor – in 5 Schritten📋

1️⃣ Belege sammeln (Semesterbeiträge, Technik, Bücher, Fahrten).

2️⃣ Steuer-Tool öffnen → „Verlustfeststellung“ auswählen.

3️⃣ Anlage N ausfüllen (Werbungskosten).

4️⃣ Erklärung elektronisch über Elster oder per Tool einreichen.

5️⃣ Bescheid vom Finanzamt abwarten und auf das Urteil (2025) gespannt bleiben

Fazit

Noch ist nichts entschieden – aber jetzt aktiv zu werden lohnt sich. Mit einer Verlustfeststellung kannst du schon heute alle Studienkosten sichern und später steuerlich anrechnen lassen, falls das Urteil positiv ausfällt.

Im besten Fall bedeutet das: Tausende Euro Steuervorteil für Ausgaben, die du ohnehin hattest. Das Ganze kostet dich nur etwas Zeit und ein paar Klicks – aber bringt dir langfristig bares Geld.

Bleib also dran, dokumentiere alles sauber und nutze die Chance, wenn sich das Steuerrecht ändert.

FAQ

Kann ich mein Erststudium aktuell steuerlich absetzen?

Nur eingeschränkt – aktuell gelten die Kosten eines Erststudiums als Sonderausgaben bis zu 6.000 € pro Jahr. Das Problem: Diese sind nicht in spätere Jahre übertragbar, wodurch sie dir nichts bringen, solange du kein Einkommen hast. Ein echter Steuervorteil entsteht also erst, wenn das laufende Verfahren des Bundesverfassungsgerichts die Regelung ändert¹.

Was ist eine Verlustfeststellung und wie funktioniert sie?

Mit einer Verlustfeststellung kannst du deine Studienkosten schon heute beim Finanzamt angeben – auch wenn du aktuell kein Einkommen hast. Das Finanzamt speichert diese Beträge als „Verlust“, der automatisch mit deinem ersten Einkommen verrechnet wird. So sicherst du dir mögliche Steuererstattungen, falls das neue Urteil kommt – ganz ohne Risiko².

Welche Kosten kann ich als Student/-in absetzen?

Du kannst Studiengebühren, Semesterbeiträge, Bücher, Laptop, Software, Fahrtkosten und sogar Zinsen auf Studiendarlehen angeben. Wichtig ist, dass du alle Belege sammelst und aufbewahrst, um deine Angaben belegen zu können. Auch kleinere Summen summieren sich über mehrere Semester schnell zu einem lohnenden Betrag³.

Was passiert, wenn das Urteil positiv ausfällt?

Dann könnten alle Erststudierenden rückwirkend profitieren, weil ihre Studienkosten als Werbungskosten anerkannt würden². In diesem Fall lassen sich die bereits gespeicherten Verluste aus der Verlustfeststellung steuerlich absetzen. So winken potenziell mehrere Tausend Euro Rückerstattung – für Ausgaben, die du ohnehin hattest².

Wie reiche ich eine Verlustfeststellung am einfachsten ein?

Am einfachsten geht das über eine vereinfachte Steuererklärung mit der Anlage N – kostenlos über Elster oder mit Programmen wie WISO Steuer, Smartsteuer oder steuer:Web. Diese Tools führen dich Schritt für Schritt durch den Prozess und erklären, welche Angaben relevant sind. So kannst du den Antrag in weniger als einer Stunde erledigen und bist optimal vorbereitet.

Quellenverzeichnis

¹ Smartsteuer (2025): Verlustvortrag -Steuererklärung Student - die Steuererklärung lohnt sich. https://www.smartsteuer.de/online/steuerwissen/verlustvortrag-als-student/

² C.H.Beck (2025): Verluste bei Erststudenten steuerlich geltend machen. https://rsw.beck.de/zeitschriften/bc/news-beitraege/2024/01/16/verluste-bei-erststudenten-steuerlich-geltend-machen

Support statt Gatekeeping

Sophie Bikkel

Student Communication Managerin

Seit 2024 kümmert sich Sophie als Student Communication Managerin sorgsam um unsere Studis und weiß genau, was sie aktuell beschäftigt. Durch ihren Anglistik-Bachelor in Kombination mit Kommunikation & Medien kann sie Themen wie das Anfertigen einer Thesis, Sorgen rund um Finanzen im Studium und den Start ins Berufsleben bestens nachvollziehen – und möchte Studis aktiv dabei helfen, diese Herausforderungen erfolgreich und entspannt zu meistern.