Wie viel kostet ein Studium? Miete, Einrichtung, Unimaterial und Alltag durchgerechnet

Nur 7 Minuten Lesezeit

veröffentlicht am 15.10.2026
von Ella StellmacherElla StellmacherElla ist duale Studentin im Marketingmanagement mit Vertiefung Online Marketing und seit 2025 bei Uniwunder dabei. Da sie bereits ein Studium komplett durchlaufen hat, weiß sie genau, wo es zwischen Immatrikulation und BA-Verteidigung typischerweise hakt. Ihre Themen: Thesis schreiben, BAföG und alles rund ums Wohnen, ob WG oder allein.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Alltag statt Gebühren: An staatlichen Hochschulen kostet dich das Studieren selbst wenig, das Leben drumherum kann aber trotzdem kostenintensiv sein.
  • Miete: Mit durchschnittlich 410 Euro im Monat ist das der größte Posten, den du unbedingt im Blick haben solltest.
  • Was nach der Miete bleibt: Lebst du allein, solltest du rund 440 Euro für Essen, Handy, Uni-Material und Freizeit einplanen.
  • Startkosten: Kaution, die erste Miete, Umzugskosten, Einrichtung und Laptop fallen an, bevor das erste überhaupt Semester beginnt.

Mit welchen Kosten du in deinem Studium rechnen solltest 🎓

Eine richtig gute Zahl gibt es leider nicht, aber wir können die einzelnen Posten aufschlüsseln:

An einer staatlichen Hochschule zahlst du keine Gebühren für die Lehre, trotzdem aber Semesterbeiträge. Die Gesamtkosten sind deshalb im Kern deine Lebenshaltungskosten mal die Studiendauer.

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Ein Rechenbeispiel zum Einordnen: Planst du also mit einem Buget von 900 € im Monat, sind das bei einem Bachelor von 6 Semestern (36 Monate) 32.400 €. Ein Master mit 4 Semestern (24 Monate) kommt bei gleichem Budget auf etwa 21.600 €.

Der größte Posten ist dabei fast immer die Miete für deine Wohnung, dein WG-Zimmer oder des Studentenwohnheims.

ohnst du bei den Eltern oder in einer günstigen Stadt, liegst du darunter. In München, Hamburg oder Frankfurt eher darüber.

Was kostet das Leben als Studi? 💸

Wie knapp es werden kann, zeigt der Bericht „Arm im Studium“ der Paritätischen Forschungsstelle von 2026.⁸ Allein lebende Studis haben darin im Median 900 Euro im Monat zur Verfügung. Davon gehen im Median 461 Euro für Wohnen drauf, also fast die Hälfte.

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Rechnest du das durch, bleiben rund 439 Euro für alles andere: Essen, Handy, Lernmaterial, Fahrten, Freizeit, Gesundheit. Zur Einordnung: Das ist weniger als der aktuelle BAföG-Grundbedarf von 475 Euro.⁸ Laut der Sozialerhebung gehen allein für Essen im Schnitt 198 Euro und für Gesundheit 100 Euro im Monat weg.[^1] Damit bleiben nach dieser groben Überschlagsrechnung nur etwa 140 Euro für Handy, Material, Kleidung, Freizeit und Fahrten.

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Die Wohnform macht den Unterschied:

  • Allein wohnen: 82,4 % der allein lebenden Studis gelten als armutsbetroffen.⁸
  • WG mit anderen Studis: Hier sieht es etwas besser aus, es gelten aber immer noch 70,4 % als armutbetroffen.⁸
  • Bei den Eltern: Die Miete fällt weg oder ist klein. Dafür sinkt der BAföG-Wohnzuschlag von 59 auf 41 Euro und soll ab 2029 sogar komplett entfallen.⁸

Was heißt das für dich als Ersti? Plane die Miete zuerst und rechne mit dem Rest. Wenn dir nach Miete und Essen weniger als 200 Euro bleiben, brauchst du eine zweite Einnahmequelle oder eine günstigere Wohnung. Bei den allein lebenden Studis kommen ca. 43,1 % des Einkommens aus eigener Arbeit, nur 13,8 % aus BAföG und ähnlichen Hilfen.⁸ Dass du jobben musst, ist also normal und kein Zeichen, dass du etwas falsch machst.

Tipp: Prüfe auch bei kleinem Budget, ob du BAföG bekommst. Der BAföG-Rechner sagt dir in wenigen Minuten, ob sich ein Antrag lohnt.

Was kostet ein Studium pro Monat?💰

Die laufenden Kosten sind der größte Teil deiner Studienkosten. Die 22. Sozialerhebung des Deutschen Studierendenwerks (befragt wurde im Sommer 2021) liefert die belastbarsten Durchschnittswerte, auch wenn die Preise seitdem gestiegen sind.1

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Quelle: eigene Darstellung nach 22. Sozialerhebung

Wo du am meisten sparen kannst, siehst du an der Reihenfolge: zuerst beim Wohnen, dann beim Essen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Thema Wohnen im Studium. Wie du die übrigen Posten senkst und weitere Alltags-Spartipps für Studis zeigen wir dir hier.

Der wichtigste Schritt ist unserer Meinung nach aber zunächst ein guter Überblick. Mit dem Finanzplaner trägst du deine echten Ausgaben ein und siehst, wo am Monatsende das Geld fehlt.

Was kostet der Start mit WG-Zimmer und Einrichtung?🛋️

Eine feste Summe für die Einrichtung können wir natürlich nicht nennen, sie hängt davon ab, ob das Zimmer möbliert ist und wie viel du gebraucht kaufst. Plane für den Start ein Vielfaches der Monatsmiete ein.

Dabei hilft dir ein Blick auf den Markt: Die durchschnittliche Miete für Studierende lag im Wintersemester 2025/26 erstmals bei 505 Euro warm.10 Wer neu sucht, zahlt also oft jetzt schon mehr als die 410 Euro aus der Sozialerhebung von 2021. Rechne deshalb lieber großzügiger.

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Diese ungefähren Kosten solltest du zum Start im Kopf haben:

Posten
ungefähres Buget
Anmerkung
Kaution
max. 3 Nettokaltmieten
bekommst du ggf. zum Auszug zurück
Umzug
Transporter ab 59 € pro Tag
Studi-Rabatte nutzen
Renovierung
um die 300 €
Kleinanzeigen nutzen
Möbel
Bettgestell gebraucht ca. 40 bis 100 €, Schreibtischstuhl gebraucht 10 bis 40 €, neues Bett 69 bis 99 €
schau bei Kleinanzeigen, IKEA, Flohmärkten oder am Schwarzen Brettb deiner Uni
Laptop
ab ca. 449 €
Studi-Rabatte nutzen
Tipp: Frag im Studierendenwerk nach einem Wohnheimplatz, die sind meist recht günstig und oft schon (teil-)möbliert. Gebrauchte Möbel findest du auf Kleinanzeigen, in WG-Gruppen und bei Semesterstart-Flohmärkten.

Was kostet das Material für die Uni?🔬

Studieren kostet auch Ausrüstung. Hier ist die Spanne groß, weil jedes Fach anders ist: Für Jura brauchst du Gesetzestexte, Design-Studiengänge erfordern oft Software, Medizin und Ingenieurwissenschaften brauchen Fachliteratur und Laborzubehör.

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Die typischen Posten sind:

  • Laptop oder Tablet: Der größte Einzelposten. In einer Befragung nannten 29 Prozent diese Anschaffung als größte finanzielle Belastung zum Start in Ausbildung oder Studium.10
  • Bücher und Skripte: Viele Titel gibt es kostenlos in der Uni-Bibliothek oder als E-Book über die Hochschule. Kaufen musst du nur noch selten.
  • Drucken und Kopieren: Pro Semester läppert sich einiges, besonders vor Abgaben und Klausuren.
  • Software: Die meisten Hochschulen stellen Programme wie Office oder Statistiksoftware kostenlos zur Verfügung. Frag vor dem Kauf auf jeden Fall im Rechenzentrum deiner Uni nach.
  • Fachspezifisches: Kittel, Werkzeug, Zeichenmaterial, Exkursionen. Das erfährst du am besten von älteren Semestern.

Als Ersti musst du zum Start nicht alles kaufen. Warte die ersten Vorlesungswochen ab, frag Studis aus höheren Semestern und nutze die Bibliothek. Eine Pflichtliste gibt es oft erst, wenn die Kurse beginnen.

Studiengebühren und Semesterbeitrag📆

An staatlichen Hochschulen gibt es für ein Erststudium in der Regel keine Studiengebühren. Der Semesterbeitrag ist trotzdem Pflicht und wird zum ersten Mal mit der Einschreibung fällig. Er liegt laut Bundesagentur für Arbeit meist zwischen 250 und 350 Euro pro Semester, also etwa 40 bis 60 Euro im Monat.3 Darin stecken der Beitrag fürs Studierendenwerk, für die Studierendenvertretung, Verwaltungskosten und oft auch dein Semesterticket. Gerade das Ticket macht ihn oft zum guten Deal.

Ausnahmen gibt es bei den Gebühren. In Baden-Württemberg zahlen internationale Studierende von außerhalb der EU seit dem Wintersemester 2017/18 zusätzlich 1.500 Euro pro Semester. Ausgenommen sind unter anderem Studis, die ihr Abitur in Deutschland gemacht haben.4 Auch Zweit- und Fernstudiengänge können kostenpflichtig sein, das regelt jedes Bundesland selbst. Schau vor der Bewerbung auf die Seite deiner Hochschule.

Tipp: Frag im Studierendenwerk nach, ob du dich vom Semesterbeitrag oder Teilen davon befreien lassen kannst, zum Beispiel bei Härtefällen oder wenn du das Semesterticket nicht brauchst. Das geht nicht überall, aber die Anfrage kostet nichts.

Wie kannst du dein Studium finanzieren?📈

Die meisten Studis kombinieren mehrere Quellen. Das sind die gängigen Bausteine:

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1. BAföG:

Der Höchstsatz liegt im Wintersemester 2026/27 bei 992 Euro, darin steckt eine Wohnkostenpauschale von 380 Euro.6 Die Hälfte wird als Zuschuss gezahlt, der Rest als zinsloses Darlehen. Ob und wie viel dir zusteht, prüfst du mit dem BAföG-Rechner. Ein Antrag lohnt sich auch, wenn du dir unsicher bist.

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2. Nebenjob:

Er füllt die Lücke und bringt oft erste Berufserfahrung. Welche Jobs sich lohnen und wie viel du verdienen darfst, steht im Ratgeber zum Thema Nebenjobs für Studenten.

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3. Stipendium:

Auch ohne Spitzennoten möglich. Viele Stiftungen und Programme achten auf Engagement und Lebenslauf. Wer sich bewirbt, hat mehr Chancen, als viele denken. Wie das am Besten klappt haben wir in diesem Artikel mit einer Expertin besprochen.

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4. Studienkredit:

Der KfW-Studienkredit zahlt 100 bis 650 Euro monatlich aus, einkommensunabhängig. Der effektive Jahreszins liegt seit dem 1. April 2026 bei 6,53 Prozent und ist variabel.7 Das sollte aber die letzte Option sein, weil du den Betrag samt Zinsen zurückzahlen musst.

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Wenn es finanziell eng wird, bist du damit nicht allein. Sprich früh mit der Sozialberatung deines Studierendenwerks. Dort gibt es Hilfe, bevor aus einer Lücke ein Problem wird.

Fazit

Ein Studium kostet an staatlichen Hochschulen vor allem Lebenshaltung etwa 900 € im Monat, je nach Stadt mehr oder weniger. Dazu kommen einmalige Startkosten für Kaution, Einrichtung und Laptop. Gebühren fallen meist nur als Semesterbeitrag an.

Du hast es in der Hand: Erstelle dir früh einen Überblick und am Besten auch mehrere Finanzierungsquellen, so kommst du gut durch. Mach dir also als Nächstes deinen Monatsplan und prüfe, ob BAföG für dich möglich ist.

FAQ

Wie viel kostet ein Studium insgesamt in Deutschland?

An einer staatlichen Hochschule hängen die Gesamtkosten vor allem von deinen Lebenshaltungskosten ab: Bei rund 1.000 Euro im Monat sind es etwa 36.000 Euro für einen Bachelor mit 6 Semestern. Private Hochschulen kommen mit durchschnittlich rund 520 Euro Gebühren pro Monat noch obendrauf.

Wie hoch sind die Lebenshaltungskosten pro Monat im Studium?

Viele Studierende kommen auf etwa 900- 1.000 € im Monat. Die Sozialerhebung nennt im Schnitt 410 Euro für Miete, 198 Euro für Ernährung und 100 Euro für Gesundheit. Dazu kommen Semesterbeitrag, Handy, Unimaterial und Freizeit.

Was kostet der Start ins Studium?

Vor dem ersten Semester fallen Kaution (bis zu drei Nettokaltmieten), erste Miete, Umzug, Möbel und oft ein Laptop an. Wie viel das ist, hängt davon ab, ob dein Zimmer möbliert ist und wie viel du gebraucht kaufst.

Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Die gängigen Wege sind BAföG, Nebenjob, Stipendium und Studienkredit, oft kombiniert. Prüfe zuerst, ob du BAföG bekommst, und nimm einen Kredit erst, wenn andere Quellen nicht reichen.

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