APA zitieren: die APA-Zitierweise einfach erklärt
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Das Wichtigste auf einen Blick
- Die APA-Zitierweise (American Psychological Association) ist einer der bekanntesten Zitierstile – besonders in Psychologie, Pädagogik, Sozialwissenschaften und Wirtschaft¹.
- Im Text nutzt du kurze Quellenhinweise (Autor/-in + Jahr, ggf. Seite), im Literaturverzeichnis folgt der vollständige Eintrag.
- Typische Stolperfallen: fehlende Seitenzahlen, uneinheitliche Schreibweise, vergessene DOIs oder unklare Formatierung.
Was ist die APA-Zitierweise?
Richtiges Zitieren gehört zum Handwerkszeug jeder wissenschaftlichen Arbeit.
Alle Zitationsstile verfolgen dasselbe Ziel: Sie schützen das Urheberrecht der Verfassenden und machen transparent, welche Gedanken aus fremden Quellen stammen.
Trotzdem sorgt es bei vielen Studierenden für Fragezeichen. Dabei gilt: Wer die Grundidee einmal verstanden hat, dem erscheint der Rest gleich viel logischer.
Die APA-Zitierweise (American Psychological Association) ist einer der bekanntesten Zitierstile im deutschsprachigen Raum und basiert auf dem Autor-Datum-System. Dabei gibst du direkt im Fließtext einen Kurzbeleg mit Nachname, Erscheinungsjahr und Seitenzahl an. Die vollständige Quellenangabe folgt im Literaturverzeichnis. Das hält deinen Text lesefreundlich und vermeidet überladene Fußnoten.
Die aktuellen APA-Regeln (7. Auflage, 2020) sorgen für Klarheit, Einheitlichkeit und Nachvollziehbarkeit und schützen dich zuverlässig vor Plagiatsproblemen.
So zitierst du im Text mit APA
Grundsätzlich hast du beim Zitieren zwei Möglichkeiten: Du übernimmst eine Textstelle wortwörtlich (direktes Zitat) oder du gibst sie in eigenen Worten wieder (indirektes Zitat bzw. Paraphrase). Welche Form du wählst, hängt davon ab, wie bedeutungsvoll die Originalformulierung für dein Argument ist.
Direktes Zitat:
Ein direktes Zitat übernimmst du wortwörtlich aus der Quelle – inklusive Rechtschreibfehler oder veralteter Schreibweisen des Originals. Du kennzeichnest es mit Anführungszeichen und integrierst es so in deinen Satzbau, dass sich der Text flüssig liest.
- Unter 40 Wörter → direkt in den Fließtext einbauen, mit Anführungszeichen
- Über 40 Wörter → als Blockzitat formatieren: eigener Absatz, eingerückt, ohne Anführungszeichen
Wichtig: Bei direkten Zitaten ist die Seitenzahl in der Quellenangabe Pflicht.
Indirektes Zitat (Paraphrase):
Beim indirekten Zitat gibst du einen fremden Gedanken zusammengefasst in deinen eigenen Worten wieder.
Keine Anführungszeichen, aber immer mit Quellenangabe.
Und noch etwas: Im APA-Stil verwendest du kein „vgl." - das ist ein häufiger Fehler, den du dir direkt abgewöhnen kannst.
Verweis:
Ein Verweis zeigt weiterführende oder ergänzende Literatur zu einem Thema auf, ohne dass du den Inhalt im Detail erläutern musst.
Sekundärzitat:
Manchmal stößt du in einer Quelle auf ein Zitat, dessen Original du nicht auffinden kannst. In diesem Fall darfst du ein Sekundärzitat verwenden – also ein Zitat aus zweiter Hand.
Das sollte aber die Ausnahme bleiben: Arbeite wann immer möglich mit der Primärquelle.
Beispiele & Hinweise zum Zitieren mit APA
Im Fließtext deiner Arbeit arbeitest du mit sogenannten Kurzbelegen. Sie verweisen direkt auf die vollständige Quelle im Literaturverzeichnis. Dabei hast du zwei Möglichkeiten, wie du den Beleg platzierst:
- Parenthetisch = eingeklammert am Satzende: (Müller, 2022)
- Narrativ = in den Satz eingebaut: Müller (2022) zeigt, dass …
Hier die wichtigste Faustregel: Bei einem direkten Zitat ist die Seitenzahl immer Pflicht.
Der Kurzbeleg lautet dann z. B. (Schuchart, 1998, S. 92).
Bei einem indirekten (sinngemäßen) Zitat reichen Autorenname und Jahr. Eine Seitenangabe ist empfohlen, aber nicht zwingend erforderlich.
Mehrere Autor/-innen
Sobald eine Quelle von mehr als einer Person verfasst wurde, ändert sich die Schreibweise im Kurzbeleg leicht. Die Grundlogik bleibt dieselbe, du brauchst nur ein paar einfache Regeln im Kopf zu behalten.
Zwei Autor/-innen:
Im Fließtext verbindest du beide Namen mit „und": Müller und Schmid (2021) zeigen, dass …
Im Klammerbeleg verwendest du stattdessen das Et-Zeichen: (Müller & Schmid, 2021)
Drei oder mehr Autor/-innen
Bei zwei Autor/-innen stehen beide Namen mit „&" im Klammerbeleg; ab drei Autor/-innen wird nach APA 7 direkt mit "et al." (lat. Kürzel für "und andere") gekürzt.
Der Klammerbeleg sieht also so aus: (Müller et al., 2022)
Im Literaturverzeichnis sind dann alle Autor/-innen vollständig aufgelistet.
Institutionen und Organisationen als Urheber/-innen
Organisationen, die unter einer Abkürzung bekannt sind, werden beim ersten Mal vollständig ausgeschrieben und danach abgekürzt. So sparst du dir Wiederholungen, ohne Eindeutigkeit zu verlieren:
- Erstzitat: (World Wildlife Fund [WWF], 2017)
- Folgebelege: (WWF, 2017)
Gleiche Nachnamen
Haben zwei Autor/-innen denselben Nachnamen, stellt das eine Ausnahme dar: Normalerweise werden nur die Nachnamen genannt – in diesem Fall werden jedoch zusätzlich die Initialen der Vornamen bei allen Textzitationen mit angegeben.
Beispiel: (A. Müller, 2019) vs. (B. Müller, 2021)
Umlaute wie ä, ö und ü bleiben erhalten – „Müller" statt „Mueller". Du musst sie also nicht zu ae, oe oder ue umschreiben – weder im Fließtext noch im Literaturverzeichnis.
Kein Autor oder Jahr
Nicht jede Quelle liefert leider immer alle Angaben vollständig. Manchmal fehlt ein Autorenname, manchmal ein Erscheinungsjahr – besonders bei Webseiten passiert das häufiger.
Keine Panik: Die APA-Regeln haben für beide Fälle eine klare Lösung.
- Kein Autor vorhanden: Ohne identifizierten Autor wird der Titel des Dokuments an den Anfang des Eintrags gestellt und im Text in Anführungszeichen gesetzt – also zum Beispiel so: („Wissenschaftliches Arbeiten", 2021)
- Kein Jahr vorhanden: Ist kein Datum vorhanden, wird "o. J." an Stelle der Jahreszahl eingefügt: (Schubert, o. J.)
Selbiges gilt auch für das Literaturverzeichnis.
Mehrere Quellen gleichzeitig
Manchmal stützt sich eine Aussage nicht nur auf eine einzige Quelle, sondern auf mehrere Werke gleichzeitig.
Wenn du mehrere Quellen in einer Klammer angibst, sortierst du sie alphabetisch nach dem Nachnamen der Erstautor/-innen und trennst sie durch ein Semikolon:
(Keller, 2019; Müller, 2022; Schmidt, 2021)
Literaturverzeichnis nach APA
Das Literaturverzeichnis ist das Herzstück deiner Quellenarbeit – und gleichzeitig eine der häufigsten Fehlerquellen. Keine Panik: Mit ein paar klaren Regeln sitzt die Formatierung schnell.
Die wichtigsten allgemeinen Regeln auf einen Blick:
- Alphabetisch sortiert: Du ordnest alle Einträge nach dem Nachnamen der Erstautorin bzw. des Erstautors. Der Vorname wird auf Initialen gekürzt, also z. B. "Müller, T."
- Hängender Einzug: Die erste Zeile jedes Eintrags beginnt am linken Rand, alle weiteren Zeilen desselben Eintrags rückst ein. In Word findest du das unter „Sondereinzug → Hängend".
- Satzschreibung beim Titel: Im Titel schreibst du nur das erste Wort, Eigennamen und das erste Wort nach einem Doppelpunkt groß. Alles andere bleibt klein.
- DOI oder URL: Bei digitalen Quellen gibst du immer den DOI oder die URL am Ende an. Bei gedruckten Quellen fällt das weg.
Typische Beispiele
Buch (Monografie)
Aufbau: Nachname, Initial(en). (Jahr). Titel des Buches. Verlag.
Müller, T. (2022). Wissenschaftliches Arbeiten leicht gemacht. Springer.
Der Erscheinungsort ist bei APA 7 nicht notwedig, die Angabe des Verlags reicht.
Kapitel in einem Sammelband
Aufbau: Nachname, Initial(en). (Jahr). Titel des Kapitels. In Initial(en) Nachname (Hrsg.), Titel des Werks (S. xx–xx). Verlag.
Weber, L. (2021). Motivation in der Lehre. In A. Schmidt & L. Weber (Hrsg.), Handbuch Hochschuldidaktik (S. 101–115). Beltz.
Wichtig: Im Kurzbeleg im Fließtext nennst du immer den Kapitelautor. Der Herausgeber taucht nur im Literaturverzeichnis auf.
Zeitschriftenartikel
Aufbau: Nachname, Initial(en). (Jahr). Titel des Artikels. Zeitschriftenname, Jahrgang(Heftnummer), Seitenzahlen. https://doi.org/xxxxx
Schmidt, A., & Weber, L. (2021). Motivation bei Studierenden. Psychologische Rundschau, 68(2), 101–115. https://doi.org/10.xxxx/xxxxx
Den DOI (Digital Object Identifier) gibst du nur an, wenn du den Artikel online verwendet hast. Du gibst ihn immer als vollständigen Link (also nicht nur die Nummer, sondern die gesamte URL) an).
Webseite
Aufbau: Nachname, Initial(en). (Jahr, Datum). Titel der Seite. URL
Statistisches Bundesamt. (2023, 14. September). Studierende an Hochschulen in Deutschland. https://www.destatis.de/beispiellink
Wichtig: Bei Organisationen als Autorin wird der volle Name verwendet, kein Kürzel.
Sonderfälle beim Zitieren
Beim Zitieren stolpert man vor allem über die Ausnahmen und genau diese Fehler fallen dann auch noch im Gutachten auf. Hier sind drei Sonderfälle, die nicht immer ganz eindeutig sind, damit du auf der sicheren Seite bist.
Gleicher Autor, gleiches Jahr
Zitierst du mehrere Werke derselben Person aus demselben Erscheinungsjahr, musst du sie alphabetisch mit Kleinbuchstaben hinter dem Jahr unterscheiden. Das gilt sowohl im Fließtext als auch konsequent im Literaturverzeichnis.
Im Text:
(Müller, 2022a, S. 15) und (Müller, 2022b, S. 42)
Im Literaturverzeichnis:
Müller, T. (2022a). Zeitmanagement im Studium. Springer.
Müller, T. (2022b). Motivation und Lernen. Beltz.
So ist für alle Lesenden eindeutig, welches Werk du meinst. Die Buchstaben a, b usw. bleiben in allen Nachweisen identisch.
Übersetzte Werke
Es kann passieren, dass du ein Buch, das ursprünglich in einer anderen Sprache erschienen ist, zitieren willst. Zum Beispiel ein englisches Werk, das auf Deutsch übersetzt wurde.
Im Text selbst gibst du einfach das Jahr der Ausgabe an, die du tatsächlich gelesen hast (also die übersetzte Version). Wenn das Erscheinungsjahr des Originals inhaltlich eine Rolle spielt, kannst du es in eckigen Klammern ergänzen.
Also: (Freud, 2010 [1930])
Im Literaturverzeichnis gehört zusätzlich die Übersetzerin oder der Übersetzer rein, direkt nach dem Titel in Klammern. Außerdem vermerkst du am Ende, wann das Original erschienen ist:
Freud, S. (2010). Das Unbehagen in der Kultur (Übers. A. Beispiel). Fischer. (Original erschienen 1930)
Sekundärzitat
Ein Sekundärzitat brauchst du, wenn du eine Quelle zitierst, die du nicht im Original gelesen hast, sondern nur über ein anderes Werk kennst. Im Text nennst du dann beide – die Originalquelle und die Quelle, durch die du auf sie gestoßen bist.
Im Text: (Meyer, 1999, zitiert nach Schulz, 2020, S. 34)
Das bedeutet: Du beziehst dich auf Meyer (1999), kennst den Text aber nur über Schulz (2020).
Im Literaturverzeichnis erscheint deshalb ausschließlich Schulz:
Schulz, A. (2020). Theorien des Lernens. Springer.
Häufige Fehler easy vermeiden
Diese kleinen Details entscheiden in Bachelorarbeiten oft über wertvolle Punkte – dabei sind sie super leicht zu umgehen.
Seitenangaben bei direkten Zitaten vergessen:
Bei wörtlichen Zitaten muss immer die Seitenzahl stehen.
Merke: Die Seitenzahl gehört nur zu direkten Zitaten oder sehr konkreten Textstellen – nicht zu allgemeinen sinngemäßen Aussagen!
Uneinheitliche Nutzung von „und“ und „&“:
Hier gibt es eine klare Regel, die du einfach einmal verinnerlichen musst:
- Im Fließtext: und → Müller und Meier (2021) zeigen, dass …
- In Klammern: & → (Müller & Meier, 2021)
Groß- & Kleinschreibung im Titel:
Im deutschen APA-Stil wird im Literaturverzeichnis nach deutschen Rechtschreibregeln großgeschrieben. Du musst also nicht jedes Wort kapitalisieren.
- Richtige Version: Wissenschaftliches Arbeiten im Studium
- Inkorrekt: Wissenschaftliches Arbeiten Im Studium
Für englischsprachige Titel gelten dagegen die englischen Großschreibregeln ("Title Case")
Fehlende DOIs oder URLs:
Nutzt du Onlinequellen oder wissenschaftliche Artikel, prüfe immer, ob ein DOI oder eine URL vorhanden ist und füge sie am Ende des Eintrags ein!
Falsche Reihenfolge im Literaturverzeichnis:
Dein Literaturverzeichnis wird alphabetisch nach dem Nachnamen der Autor/-innen sortiert. Nicht nach Erscheinungsjahr oder der Reihenfolge, in der du die Quellen verwendet hast.
Tipp: Lass dein Schreibprogramm automatisch sortieren oder nutze ein Literaturverwaltungstool wie Zotero.
Fazit
APA mag auf den ersten Blick wie ein Dschungel aus Punkten, Klammern und Regeln wirken – aber das täuscht. Mit ein bisschen Übung erkennst du das System dahinter, und Zitieren wird zur Routine statt zum Stressfaktor.
Das Wichtigste: Du arbeitest damit nicht nur formal korrekt, sondern zeigst auch, dass du wissenschaftlich denken und arbeiten kannst. Saubere Quellenarbeit überzeugt Prüfer/-innen und schützt dich vor Plagiaten. Ein echtes Plus für jede Hausarbeit oder Abschlussarbeit also. Du willst nicht nur beim Zitieren, sondern mit der kompletten Arbeit überzeugen? Im Thesis-Seminar bekommst du das nötige Handwerkszeug für deine ganze Bachelorarbeit.
FAQ
Was ist die APA-Zitierweise?
Wie funktioniert APA-Zitieren im Text?
Wichtig zu wissen: Im APA-Stil wird das Kürzel „vgl." nicht verwendet. Stattdessen verweist du einfach auf die Quelle, ohne explizit anzudeuten, dass es sich um einen Vergleich handelt.
Wie sieht APA im Literaturverzeichnis aus?
Wichtige Details wie Kursivschrift, Punktsetzung und DOI/URL müssen konsequent eingehalten werden.
Wie zitiert man Internetquellen nach APA?
Autorenname (Datum). Titel des Artikels. Name der Website. URL.
Ein Abrufdatum musst du nur angeben, falls sich der Inhalt der Internetquelle jederzeit ändern kann.
Kann man deutsche Quellen mit APA zitieren?
Wichtig: Die eine richtige APA-Zitierweise im deutschsprachigen Raum gibt es nicht. Schau deshalb unbedingt in die Zitierrichtlinien deiner Hochschule oder Fakultät, welcher konkrete APA-Stil bei euch gefordert wird und halte dich dann konsequent daran.
Quellenverzeichnis
¹ American Psychological Association (2020). Basic principles of citation. https://apastyle.apa.org/style-grammar-guidelines/citations/basic-principles
² American Psychological Association (2020). Author–date citation system. https://apastyle.apa.org/style-grammar-guidelines/citations/basic-principles/author-date
³ American Psychological Association (2020). Style and grammar guidelines. https://apastyle.apa.org/style-grammar-guidelines